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Er war ſchon ſeit Tagen leidend, und hatte die Einladung der Frau von Roſenberg nur ange⸗ nommen, um bei einem Gaſtmahle nicht zu fehlen, zu welchem alle Notabilitäten vom Hofe Kaiſer Rudolph's geladen waren.
Des Kaiſers Worte gaben ihm einen Stich durchs Herz. Er blickte auf Kepler. Das gütige Geſicht des jungen Gelehrten zeigte keine Spur trium⸗ phirenden Uebermuthes.— Er ſah heiter, beſcheiden und freundlich aus, wie immer, und wie immer la⸗ gerte um die ſanften braunen Augen jener eigen⸗ thümliche begeiſterte Ausdruck, den kein Maler an den Geſichtern der mit der Gabe des Genies von Gott begnadigten Menſchen in ihren Bildern wieder⸗ geben kann.
„Er wenigſtens,“ dachte er mit einem Gefühl bitterer Freude,„er wird den Ruhm nicht haben in der Nachwelt, das Syſtem des Tycho geſtürzt zu haben; alle Welt wird, wie jetzt Kaiſer Rudolph, den Kopernikus als den nennen, der mich im Kampfe der Wiſſenſchaft beſiegte, und doch iſt er es! er, dieſer ſaufte, ſtille Menſch, der nie an ſeinen Ruhm denkt, ſondern allein an die Ehre Gottes. Er hat mit ſeinem Geſetze den Schöpfer gleichſam in ſeiner Werkſtätte belauſcht.“— Ha!— Ein ungeheurer heftiger Schmerz, ein körperlicher Schmerz hatte ihn durchzuckt.— Er hätte aufſtehen, das Zimmer ver⸗


