Teil eines Werkes 
3. Bd. (1857)
Entstehung
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gefehlt, nde der den Pa⸗ man es mit ihr iſt, und ſtammt den Sr. Böhmen nd reiſte nehmen n wegen hatte er⸗ ſie alſo Meuchel⸗ en wäre, ohannes n ſeinen ſein Ver⸗ nen Kin⸗ zurück. den Her⸗ ſchterlein

ich habe

geforſcht nach jenem Kinde, als Ihr ſeliger Herr Gemal mich ins Vertrauen zog, aber ach! das Re⸗ ſultat dieſer Forſchungen, das ſich jetzt erſt beſtätigt, iſt ein trauriges. Die Tochter der Donna Olivia Urbino und Eures in Gott ruhenden Schwiegervaters iſt eine fahrende Dirne geworden, die nach langem wüſten Lebenswandel einen Mann geheiratet, wohl zwanzig und mehr Jahre jünger, als ſie ſelbſt, den Bruder des Aſtronomen Johannes Kepler, Heinrich.

Helfe uns Gott, ſagte Polirena,die Un⸗ glückliche ſoll und darf nicht verlaſſen ſein, eilt und laßt ihr und ihrem Manne jede Unterſtützung an Geld zukommen, ſorgt für beide, daß ſie in Ehren leben und ihre Kinder wohl erziehen können. Wenn der Ehemann dieſes armen verlaſſenen Weibes ſei⸗ nem Bruder gleicht, ſo iſt ſie glücklich zu preiſen, ſobald ihr Leben vor allzuſchweren Sorgen geſchützt iſt.

Pater Johannes zuckte die Achſel.Heinrich Kepler iſt ein wüſter, verſchwenderiſcher, boshafter Geſelle, mit keiner Ader vom Charakter ſeines Bru⸗ ders, der, obgleich leider ein unverbeſſerlicher Ketzer, doch ein ebenſo edles Herz, als einen großen Geiſt beſitzt. Ich freue mich, daß ich für ihn günſtige Nach⸗ richten bringe. Auf des Erzherzogs Wunſch und Be⸗ fehl haben die ſteieriſchen Stände ihm die Hälfte deſſen angewieſen, was er nun ſchon ſeit Jahren zu fordern hat, es ſind nahezu zweitauſend Gulden, und ſie werden der Familie gar ſehr zugute kommen.