Teil eines Werkes 
3. Bd. (1857)
Entstehung
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Er ging die Treppe hinauf und durch den ver⸗ deckten Gang, der den Dom mit dem Kaiſerpalaſt verbindet, nach ſeinem Schlafzimmer, das einfach und ohne Prunk nicht koſtbarer war, als das jedes Bürgers.

Philipp Lang half dem unglücklichen Mann, deſſen Mißtrauen und Furcht vor Meuchelmord ſich von Jahr zu Jahr mehr und faſt bis zum Wahnſinn geſteigert hatte, beim Entkleiden. Er legte Mantel, Wamms, Schuhe und Beinkleid ab, aber unter allem dieſem trug er ein feines Panzerhemd von florentini⸗ ſcher Arbeit und mit dieſem legte er ſich auch zur Ruhe.

An der Thür des kaiſerlichen Schlafkabinets ſtand der Trabantenobriſt Herr von Roßwurm, und als Lang heraustrat, fragte dieſer flüſternd:„Wie ſteht es heute mit Sr. Majeſtät?“

„Er wird alle Tage toller,“ ſagte Lang hämiſch, „und wie es heute mit der großen Abendtafel wer⸗ den ſoll, bei der er der Gräfin Polixena zu erſcheinen verſprochen zum Dank für die Marmorpuppe, die ſie ihm geſchenkt, das weiß ich nicht. Bilder und Sta⸗ tuen und allerlei Raritäten an ausländiſchem Vieh, das ſind nun einmal die Steckenpferde unſeres Herrn. Er iſt die Gelehrſamkeit ſelbſt, und gutherzig iſt er auch,'s iſt ein Elend, daß die Furcht und das Miß⸗ trauen bei ihm zur Krankheit geworden.“

„Lang! Lang!“ ſchrie in dieſem Augenblick der Kaiſer, und mit einem Fluche auf der Lippe, kehrte