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der kaiſerlichen Hofburg herrſchte noch tiefes Schwei⸗ gen. Der Brunnen im Hofe des Hradſchin unter der Erzſtatue des Ritters Skt. Georg rieſelte lelſe in ſein Steinbaſſin. Die prächtige Kathedrale war verſchloſſen, denn Meßner und Prieſter pflegten noch der Ruhe; doch war dieß herrliche Gotteshaus nicht leer, ein Mann ging mit übereinander geſchlagenen Armen darin auf und ab und blieb endlich vor dem koſtbaren Marmorgrabmale des Kaiſers Max ſtehen.
Er erhob die Augen, tiefliegende traurige Augen, in deren Sternen eine Welt voll Sorge und Schmerz zu liegen ſchien, und betrachtete den Marmor und ſeufzte tief und ſchwer.
„Wer auch ſo weit wäre, wie Ihr, meine theuern in Gott ruhenden Eltern, wer das Leben mit all ſeinem Jammer und Elende hinter ſich hätte, und zu Füßen des lieben Heilandes Ruhe und Frieden fände,“ ſagte er halb laut vor ſich hin.„O dieſe Erde iſt ein Jammerthal, und es bedürfte kaum des Fegefeuers zur Reinigung der gemarterten Seelen. Ich bin der Herr der Chriſtenheit, und was habe ich an Glück genoſſen in meinem Leben? einſam, immer einſam auf meinem öden Throne, ausgeſchloſſen vom Glück der Ehe, weil ich nicht Rebellen zu Söhnen haben will, da meine rebelliſchen Brüder mir ſchon Laſt und Leid genug machen, ohne Freunde, ohne die rechte Liebe eines Weibes! Was gibt mir das Leben? Pflichten und wieder Pflichten 1*—


