Teil eines Werkes 
3. Bd. (1857)
Entstehung
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und Geiſtlichen Beſcheidenheit, während das Glück ſie übermüthig und tyranniſch macht. Gott regiere das Herz des Kaiſers, daß er für Dich beſſer ſorgt, als für ſein Reich.— Aber ich kam nicht um ſolchen Geſpräches willen, ſondern Dich zu bitten, die Truhe aus der Verlaſſenſchaft unſeres lieben Wohlthäters ſogleich an die Frau Gräfin Roſenberg zu ſenden, da ſie ihrem Schwiegervater gehörte und jetzt ganz eigentlich ihr als Erbe zukommt.“

Als der Abend dämmerte, trugen zwei Männer das alte Kabinetſtück in den Palaſt Polixena's, die es bereits mit Spannung erwartete. In einem ver⸗ ſiegelten Käſtchen brachte Frau Apollonia auch den Schlüſſel des ſchönen Schreins, und Eva von Lobko⸗ wie befand ſich bei ihrer Freundin und Schützerin, um bei der Eroffnung desſelben auch zugegen zu ſein. Der alte Haushofmeiſter öffnete das Schloß und ſchraubte die roſtig gewordenen Schrauben los, mit denen die Marmorſtatue an die Kiſte befeſtigt war. Polixena aber öffnete die Seitenfächer und nahm aus denſelben veraltete Bücher und Briefe aus einem verborgenen Fach, das ein Metallknauf ſchloß, eine Schnur Perlen und eine glänzende Armſpange von koſtbaren Edelſteinen, und endlich ein kleines auf Elfenbein gemaltes Bild einer ſchönen Dame mit nachtſchwarzen Augen und Locken. Polixena betrach⸗ tete das Bild voll Aufmerkſamkeit und Theilnahme und

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