die Kniee warf, erſchien ſeine Andacht inbrünſtig und von keinen Aeußerlichkeiten mehr abgezogen zu ſein. Nachdem das Hochamt vorüber, begab der junge Fürſt ſich auf den zu dieſem Zweck im Dome errichteten Thronſeſſel und empfing ſitzend die Hul⸗ digung der Stände, des Magiſtrats, der hohen Offi⸗ ziere, der Beamten und Mitglieder des Hofſſtaates, der Geiſtlichkeit, ſowie des Lehrerperſonals der verſchie⸗ denen gelehrten Anſtalten, ſowohl katholiſcher als proteſtantiſcher Religion. Ein Herold nannte dabei jedesmal laut die Namen der Perſonen, die je zu ſechs und ſechs an den Stufen des Thrones nieder⸗ knieend, ihren Eid der Treue in die Hand des Erz⸗ herzogs Max, Großmeiſters des deutſchen Ritterordens und einſt erwählten Königs von Polen, niederlegten. Es war eine tief ernſte, ergreifende Feierlichkeit. Die Geſinnungen des jungen Herrſchers in Bezug auf ſeine proteſtantiſchen Unterthanen waren allen Anweſenden nur zu wohl bekannt und die größere Hälfte derſelben waren Proteſtanten. Selbſt zur Fa⸗ milie Eggenberg gehörten mehrere proteſtantiſche Mitglieder, ja es gab deren ſo viele, daß man ſpä⸗ ter behauptete, der einzige Mann, welcher an jenem Tage das heilige Abendmahl nach katholiſchem Ritus genoß, ſei Erzherzog Ferdinand ſelbſt geweſen.
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