Teil eines Werkes 
2. Bd. (1857)
Entstehung
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tigen Bekanntſchaft mit Polixena von Roſenberg und dem Eindruck, den dieſelbe auf ſein junges Herz ge⸗ macht, ſowie von Barbara's großer Aehnlichkeit mit dem Ideal ſeiner Jugend ſprach.

Frau Barbara hatte ihm zugehört, und ihr In⸗ tereſſe an dem, was er erzählte, ſteigerte ſich mehr und mehr; als er nun endlich ſchwieg, ſagte ſie, ohne zu ihm aufzuſehen:Ihr ſeid mir alſo gut, Johan⸗ nes? ich gefalle Euch, ſowie ich bin, und komme Euch vor, wie die allerſchönſte Frau, die Ihr jemals geſehen?

Ihr ſeid die ſchönſte Frau, die ich jemals ge⸗ ſehen, Barbara, entgegnete er,und ich fürchte nur, daß ich Euch, die ſoviel größere Anſprüche machen kann, zu ſchlecht ſein dürfte.

Sie erhob langſam den reizenden Kopf und blickte von unten auf ſchalkhaft in ſeine Augen.Ei nun, Johannes! ſagte ſie endlich,nein, zu ſchlecht ſeid Ihr mir wohl ſo eigentlich nicht, ganz im Ge⸗ gentheil! Ihr dürftet am Ende wohl für mich viel zu gut ſein.

So wollt Ihr es mit mir wagen, theure Frau! 41 fragte Kepler ſchüchtern.

Hm! ja doch ja! weiß nur der liebe Herr Gott, wer mehr wagt, ich oder Ihr; denn ſeht, mein