Teil eines Werkes 
2. Bd. (1857)
Entstehung
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ſehr traurig ſind, kennen, und mir Ihr Verſprechen erneuern, kann ich es mit Freuden annehmen.

Das ſind wohl ſchöne Redensarten, Herr Ma⸗ giſter, entgegnete ſie ſpitz.Paſtor Hitzler hat mir geſagt, daß Sie eine reiche Frau haben wollen, um Ihr Amt niederzulegen und nur für ihre gelehr⸗ ten Spekulationen zu leben. So reich aber bin ich gar nicht, denn, wie ich höre, ſoll es Ihnen ſehr vie⸗ les Geld koſten, ſo ein Buch drucken zu laſſen.

Barbara, ſagte Kepler ſanft,den Mann, dem Sie noch vor kurzem Ihr Leben anvertrauen wollten, ſollten Sie nicht in dem Verdachte haben, daß er ſich von Ihnen erhalten laſſen will.

Aber indem er dieß ausſprach, ſtrafte ſein Herz ihn Lügen; er gedachte mit inneren Vorwürfen der Worte Apolloniens.Ich will dieſer Frau ge⸗ genüber jetzt ſo wahr ſein, als ich es gegen mich ſelbſt bin, dachte er,komme dann was mag, ich werde es ertragen, und nun ſetzte er mit klaren Worten der aufmerkſamen Zuhörerin alle ſeine Verhältniſſe auseinander. Er ſprach von ſeinen Eltern und Ge⸗ ſchwiſtern, er verhehlte es nicht, daß ihr Vermögen ihm als eine nothwendige und ſehr angenehme Sache für ihre beiderſeitige Zukunft erſchienen, ja er erſchloß ihr ſein Herz ſo tief, daß er von ſeiner flüch⸗

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