Teil eines Werkes 
2. Bd. (1857)
Entstehung
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mand gehört haben könne, und brach dann von neuem

in heftige Thränen aus.

Kepler verſuchte ſie zu beruhigen, obgleich ſein Herz von Jammer und Sorge erfüllt war. Apollonia, ſeine theure mütterliche Freundin, war, das konnte keinem Zweifel unterliegen, eine Frau, deren vielfache Kenntniſſe, deren abgeſchloſſenes und zurückgezogenes Leben nur zu leicht jenem furchtbaren Verdacht Grund geben konnte, der in jener Zeit wie eine verderben⸗ bringende Wetterwolke über dem Haupte jedes un⸗ gewöhnlichen weiblichen Weſens ſtand.

Seine Mutter hielt Johannes für befangen in einem unſeligen Wahnſinn. Am liebſten hätte er ſie zu ſich genommen in ſein Haus, aber als er darüber mit ihr geſprochen, war ſie in den heftigſten Zorn gerathen und hatte ihm geantwortet, daß vor der Hand ſie Herrin in ihrem eigenen Hauſe bleiben wolle.

‚Wer ſeinen Kindern gibt das Brot

Und leidet ſelber Noth,

Den ſchlag man mit der Keule todt, hatte ſie geſagt, und obgleich Johannes ihr ausein⸗ ander ſetzte, daß er durchaus nichts von ihr haben wolle, ſondern ihr nur bei ſich eine Freiſtatt zu ge⸗ ben wünſche, wo ſie unter dem Schutze eines Sohnes von dem Ihrigen leben könne, hatte ſie geantwortet,

unſer geſch ſteht Kind zen mög es und was

liche