Teil eines Werkes 
2. Bd. (1857)
Entstehung
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auch, und wenn ihr Garn das feinſte iſt, ſo kommt das von ordentlichem Flachsbereiten und von gutem Spinnen; ich bin zwar nicht ſo geſchickt wie die werthe Muhme, aber ſo manches habe ich doch von ihr gelernt, und hier in Heumaden iſt das Geſpinnſt der Frau Pfarrerin das feinſte und beſte, wie das auch in der Art und Ordnung iſt. Eines aber muß ich Dir doch noch erzählen, Johannes. Du weißt, da iſt in Weil der Pfarrer Mäſtlin, ein Vetter von Deinem Lehrer und Freunde in Tübingen. Ein grundgelehrter Mann iſt er und ſchrecklich fromm auch, aber ach, wehe auch denen, die es nicht ganz ſo ſind wie er. Mein guter Mann nennt ihn einen Zeloten nun zu dem iſt alſo die Mutter ge⸗ gangen, als ſie acht Tage vor meiner Hochzeit mit mir in Weil war wegen ihres Trauſcheines, ich war mit dabei, und wie der Pfarrer ſo mit uns ſpricht, da fängt ſie mit einemmal an von der Muhme und daß ſie eine Hexe ſei und allerlei Teufelswerk treibe, und von der Streicherin, die ihr ihre Künſte beigebracht hätte. Denk, wie mir Angſt und bange ward, und als ich nun einfiel und ſagte, die Muhme Loni ſei eine brave Frau, Gott und Menſchen wohlgefällig und ſo gut, wie wenige Menſchen in der Welt, da lachte ſie und ſagte:

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