Teil eines Werkes 
2. Bd. (1857)
Entstehung
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ſte dann auch ſtiller. Es war, als hätte ſie einen Krampf, denn es ſtieß ihr ordentlich das Herz ab und ihre Hände zitterten ſehr. Johannes, Gott er⸗ barme ſich über uns, ich glaube aber, unſere Mutter iſt vom Teufel beſeſſen.

Das iſt fürchterlich, meine Schweſter, ſagte Kepler, indem er im Zimmer auf⸗ und abgehend, ſein pochendes Herz zu beruhigen ſuchte.Arme, arme, unglückliche Mutter, o daß ich ihr helfen könnte!

Hör', entgegnete Margaretha,ich ſollte meinen, Johannes, Du würdeſt ſie nicht ſo gar arg beklagen, wenn Du, wie ich, immer um ſie ge⸗ weſen wäreſt. Ja, ſie klagt, daß ihre Kinder ſie nicht lieben, daß all ihre Sachen hinter ſich gehen, aber macht ſie's denn nicht danach? Wenn ſie uns als Kinder geſchlagen hat und ganze Tage allein einſchloß und uns nichts zu eſſen gab, als eben ein Stückel Brot, weil's ihr nicht geſiel zu kochen, da haben die Buben nicht ſelten geſagt, laß uns nur groß werden, wir wollen ihr's wett machen. Muhme Loni mag böſe Künſte und Praktik bei der Streicherin gelernt haben, kann ſein, aber eine gute Frau iſt ſie bei dem Allen, die für Menſchen und Vieh ſorgt, und wenn ihre Hühner brav Eier legen, ſo kommt das von ordentlichem Füttern, meine legen