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Sie lief indeß während des Gottesdienſtes in den Straßen umher, klopfte an die Fenſter der Nachbarn und erzählte in dieſem Hauſe, was ſich in jenem ſoeben zugetragen.
Die wenigen Tage, welche Kepler bei ſeiner Mutter zubringen konnte, vergingen ihm ſehr traurig. Es war ihm nicht möglich, alle Bekanntſchaften zu erneuern und neue zu machen, er hatte nicht einmal die Witwe Reinbold beſucht, die überdieß mit ſeiner Mutter bitterlich erzürnt war. Der einzige Sohn derſelben hatte die Glaſerprofeſſion erlernt und war auf der Wanderſchaft.
Auf dem Grabe ſeines alten Freundes Reinbold war aber Johannes geweſen und es war dieß der einzige Ort, wo die Erinnerung an ſeine Kindheit ihm heiter und lächelnd erſchien.
Einen Tag durfte er nach dem Abſchiede von der Mutter noch auf einen Beſuch im Hauſe ſeiner Schweſter verwenden und von dieſem verſprach er ſich die heiterſte Ffreude.— Margaretha war eine ſchöne zufriedene Hausfrau, fleißig, und daher auch fröhlich. Sie hatte in ihrem jungen Leben nur einen Gegen⸗ ſtand des Kummers: ihre Eltern.
Den Vater hatte ſie ziemlich ſchon vergeſſen, ihn in ihrem Herzen zu den Todten gelegt, aber 1857. XXI. Johann Kepler II. 16


