Teil eines Werkes 
2. Bd. (1857)
Entstehung
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wegen, daß ſie mich einſt als ihren Vater anſehen wird, auch wohl ihrer ſelbſt wegen, da ſte ſo fein und freundlich iſt und ihrer Mutter gleichet.

Es war dieß der höchſte Ausdruck ſeiner Ge⸗ fühle für Frau Barbara, zu dem ſich der junge Ge⸗ lehrte gegen die Frau bisher herbeigelaſſen, der er ſeine Hand angeboten.

Kepler hatte zu wenig Bekanntſchaft mit dem weiblichen Geſchlecht gehabt, war überdieß zu blöde, um ſogleich den Ton treffen zu können, der ſich für ſein Verhältniß geſchickt hätte, und in ſeiner Seele lebte eine gewiſſe Schüchternheit, die ihn zwang, das Gefühl, das bisweilen ſein Herz durchloderte, in ſehr engen Schranken zu halten, damit es ſich nicht allzulebhaft ausſpräche und ihn gar in den Augen ſeiner Auserkorenen herabſetze.

Als er das Zimmer verlaſſen hatte, ſetzte Barbara ſich nieder, rang die Hände und ſchluchzte überlaut.

Sie hörte es nicht, daß ein Wagen vorfuhr, daß jemand ihre Thür öffnete und ſah ſich plötzlich dem Fräulein von Eggenberg gegenüber, das ihr die Hände von den Augen zog und lächelnd nach dem Grunde ihres großen Kummers fragte.

Soll ich nicht weinen? ſoll ich nicht weinen,