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Nur ein Geſchöpf war im Hauſe, welches das lie⸗ bevolle Herz des kleinen Johann nicht von ſich ſtieß, ſeine Schweſter, die kleine Margaretha, ein ſchönes und ſanftes Kind, auf deſſen Charakter und Geiſtes⸗ richtung Johann den lebhafteſten Einfluß übte.
Die Anhänglichkeit des kleinen freundlichen Mäd⸗ chens war der lichte Punkt in dem dunklen Leben des armen Knaben, und er reichte für dieſe edle und reine Natur aus, um alles übrige zu erhellen.
Das Herz des Knaben, ſo unſäglich erfüllt mit Liebe, hing mit leidenſchaftlicher Innigkeit an dem Schweſterchen, das er leſen und ſchreiben, zu Gott beten und den Befehlen der rauhen Mutter gehor⸗ chen lehrte.
Wenn Katharina Kepler überhaupt etwas in der Welt liebte, ſo war es ihr erſtgeborener Sohn. Seine zarte Geſundheit erhielt ihr Mitleid rege, ſein ſanfter pünktlicher Gehorſam entwaffnete ihre rauhe Härte, und ſein Wiſſen, das ſich unter der Anleitung des Magiſters Beilmann bewundernswürdig mehrte, imponirten ihrer von Natur wißbegierigen Seele.
Zu ihm, den ſie für reif genug hielt, um ihre Klagen zu verſtehen, ergoß ſie ſich in Anſchuldigungen ihres Gatten, der ſtie, die ſchöne, reiche, ihn liebende Frau, hinausgeſtoßen hatte in der Stunde der


