Teil eines Werkes 
2. Bd. (1857)
Entstehung
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nicht mit harten Worten vorrückte, daß er durch ſeine Bürgſchaft für Reinbold, durch ſein unüberleg⸗ tes Uebernehmen der Wirthſchaft in Ellmandingen die Seinigen ruinirt habe.

Eine finſtere grollende Stimmung hatte ſich ihrer ganzen Seele bemächtigt, die nur nachließ, wenn ſie ſich tauſenderlei Wege und Geſchäfte außer dem Hauſe machte.

Selbſt ihre Kinder ſchienen ihr eher verhaßt als theuer zu ſein, waren ſie doch die Kinder des Man⸗ nes, der das Elend ihres ganzen Lebens verſchuldet hatte.

Zwei rohere und wildere Buben als die beiden Brüder des ſanften kleinen Johann Kepler, gab es nicht weit und breit. Größer und kräftiger als der durch ſeine Geburt ſchwächliche Knabe, war dieſer der Gegenſtand ihres beſtändigen Hohnes. Sie zer⸗ riſſen ſeine Bücher, zertraten ſeine Blumen im Gar⸗ eten, verſpotteten ſeinen einzigen Freund, den alten Magiſter, und ließen keine Gelegenheit vorübergehen, ihm irgendein Herzeleid anzuthun.

Heinrich Kepler, der Vater, ging meiſtens wort⸗ los und finſtern Auges durch ſein ödes, unfreundli⸗ ches Haus und machte unter wilden Zechkumpanen durch laute Verwünſchungen, durch wüthende Aeuße⸗ rungen über ſein Weib ſeinem Herzen Luft.