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denen ſein eigenes Mühen und Streben verſtanden ward.
Von dieſer Stunde an verwendete der Magi⸗ ſter Beilmann die höchſte Aufmerkſamkeit auf den Unterricht des jungen Kepler. Der Knabe mußte ſtundenlang bei ihm ſein, mit ihm eſſen, ſpazieren gehen und vor allem ſeine mannigfachen Studien mit ihm theilen.
Dieſe Studien waren ſehr verſchieden von allem, was die damalige Zeit als Gelehrſamkeit betrachtete. Magiſter Beilmann vertiefte ſich weder in theologiſche Spitzfindigkeiten, noch trieb er Aſtrologie, noch machte er lateiniſche und griechiſche Verſe, noch ſuchte er die Quadratur des Zirkels oder den Stein der Wei⸗ ſen, obgleich er von allen jenen Dingen, die man damals zwar nicht Zeitfragen nannte, die aber in der Geſchichte jenes Jahrhunderts genau den Platz derjenigen Strebungen und Irrthümer einnahmen, denen wir heutigen Tages dieſen Namen geben, ei⸗ nige Kenntniß beſaß.
Der alte einſame Mann liebte vor allem die Pflanzenwelt und konnte ſich ſtundenlang vertiefen in die Betrachtung eines Blattes oder einer Blüte, und der kleine Kepler theilte ſehr bald dieſes Intereſſe und hing zugleich mit leidenſchaftlicher Innigkeit


