Teil eines Werkes 
2. Bd. (1857)
Entstehung
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Gott! was iſt Gott? ſagte der Alte,Gott! ein Wort wie jedes andere. Geht Gott umher und macht Blumen und Früchte? Schickt er Engel, daß ſie die Blüte der Nelke auszacken, die Kaſta⸗ nienknospe mit Firniß überſtreichen? Macht er den Schnee und Reif? Schmiedet er das Gold des Son⸗ nenſtrahles? Nichts, nichts von allem dem! Ewige unwandelbare Geſetze walten, nach denen ſich die kleinſte Blume im Felde aus eigener Kraft bilden muß und nach denen Sonne, Mond und Sterne und die Erde in ihren unwverrückbaren Bahnen kreiſen. Gott iſt das Geſetz! und ſo gewiß 2X¼☚ 2 alle Zeit 4, ſo gewiß die Summe der drei Winkel eines Drei⸗ eckes ſtets gleich iſt zwei rechten Winkeln, ſo gewiß bilden auch die gleichen Verhältniſſe des Samens, des Sonnenſcheins, des Bodens und der Luft die gleiche Pflanze, immer und ewig. Die Geſetze finden, nach denen alles Leben ſich entwickelt und verwan⸗ delt, das heißt Gott finden.

Der alte Mann richtete ſich nach dieſen Wor⸗ ten von ſeinem Raſenſitze auf und wollte weiter ge⸗ hen. Sein Blick fiel aber auf den Knaben und das leuchtende Auge desſelben, das an ſeinen Lippen gehangen, zeigte ihm, daß er ein Herz und einen jugendlich gelehrigen Geiſt vor ſich habe, von