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Da iſt das fette gelbblühende Johanniskraut, das fortwächſt und blüht, wenn man es auch an die Zimmerdecke hängt, wo ſeine Wurzeln kein Stellchen finden ſich anzuſaugen, es zieht ſeine Nahrung aus der Luft allein. Hier iſt die Butterblume, die ellenlange Wurzeln in den Boden ſteckt und aus dem dürrſten Lande den milchigen Saft zieht, mit dem ihr Stengel und Blätter gefüllt ſind.— Wer mir das ſagen könnte, das Eine, wie dieſe Geſchöpfe des Herrn es machen, daß ſie immer nur das aus der Erde und aus der Luft ziehen, was ſie ſür ſich brauchen, wie ſie es machen, die vier Elemente, in und von denen ſie leben, klüglich zu verwandeln in ihre eigenen Beſtandtheile?“
Der alte Mann hatte freilich zu ſich ſelbſt ge⸗ ſprochen, aber er hatte an dem Knaben einen auf⸗ merkſamen Zuhörer gehabt.
Oft, o wie oft hatte Johann Kepler ſich ſelbſt ähnliche Fragen vorgelegt, ein tiefes Ahnen der Geſetzmäßigkeit, der Ordnung und Regelmäßigkeit des ſchönen Weltganzen lebte in ſeiner jungen Seele und regte im Umgang mit ſeinem alten Lehrer mit verdoppelter Deutlichkeit die Seraphsflügel.
„Gott hat das ſo geordnet,“ entgegnete er mit leiſer Stimme auf die laut ausgeſprochene Frage


