Teil eines Werkes 
2. Bd. (1857)
Entstehung
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er ihn zu ſich und forderte ihn auf einwenig mit ihm zu gehen.

Der Knabe ſprang rüſtig über den Graben, der ihn vom Feldwege trennte, reichte ſeinem Lehrer freundlich die Hand, ſagte ihm aber, daß er nicht mitgehen könne, weil er hier arbeiten müſſe.

Du raufſt Kraut aus zur Nahrung für ein Hausthier, ſagte der Magiſter,wie es doch ſeltſam iſt, daß ſo ein Thierle von den ſchönen unſchuldigen Feldblumen ſein kurzes Leben friſtet, die wiederum vom Waſſer des Bodens und von dem Sonnenſtrahl des Himmels leben. Was haſt Du denn da für Kräuter, Johannes? Laß mich die Bündel ſehen, die Du gemacht.

Er überſchritt nun mit ſeinen auffallend langen dünnen Beinen den Graben, ſetzte ſich ruhig auf den Feldrain nieder und betrachtete die einzelnen Pflanzen, welche der Knabe für ſeine Ziegen gepflückt hatte.

Das iſt Waſſermünze, ſagte er,ein ſchönes duftreiches Kraut, das am Bachesrand wächſt und in den Morgenſtunden die ganze Luft mit Balſam⸗ hauch füllet. Da iſt Quendel, der ſeine krauſen Wurzeln in das magerſte trockenſte Erdreich einſenkt und duftige Polſterchen auf ſteinigem Boden webt.