Teil eines Werkes 
1. Bd. (1857)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

207

das höchſte aller men freiheit, verliere. Pater Fickler zuckte die Achſel.Gott erleuchte Euch, ſagte er mit einiger Bitterkeit,damit Ihr das Gut deutlicher erkennet, das Ihr Eure Gewiſſens⸗ freiheit zu nennen beliebt. Euch iſt erlaubt, Euch armen Schafen, daß Ihr zur Sekte Eures Fürſten gehört und mehr nicht, und wenn wie in der Pfalz ein lutheriſcher Sohn dem kalviniſtiſchen Vater in der Regierung folgt, ſo müſſen die, welche Ihr Eure Prieſter und Lehrer nennt, entweder ihren Glauben ändern und Euch, ihre Heerde, auch dazu bewegen, oder ihr Amt aufgeben und auswandern, oder im Ge⸗ fängniß ſchmachten, und auf der Folter leiden. Gleichviel, ſagte der alte Guldenmann mit vor Aufregung zitternder Stimme.Der Enkel mei⸗ nes Bruders hat wohl ein Recht darauf, daß Johann Guldenmann für ſeine Erziehung ſorgt, und das ſoll auch ſicherlich geſchehen. Der kleine liebe Knabe, den ich als Kind ſo oft auf meinen Armen getragen habe, ſoll an nichts Noth leiden, ſolange ich noch einen Heller beſitze, den ich mit ihm theilen kann; deſſen ungeachtet danke ich Euch herzlich für Euren guten Willen, Pater Fickler, und empfehle Euch den Knaben für die Zukunft. Schwere Zeiten ſtehen

ſchlichen Güter, ſeine Gewiſſens⸗