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„Sie iſt in der Küche und ſpricht mit unſerm Knechte von dem jüdiſchen Arzte.“
„Sie war einſt ein ſchönes Mädchen und hat ſich traurig verändert,“ ſagte der Jeſuit,„welch ein unſtätes Feuer glüht jetzt in ihren Augen, die ſie beſtändig zu Boden ſchlägt, wenn man mit ihr ſpricht!“
„Sie hat viel gelitten in ihrer Ehe,“ ent⸗ gegnete Apollonia,„und der geſtrige Tag, wo ſie dazukam, als die unglückliche Frau, die mich und ſie erzog, eben eines ſo grauſamen Todes geſtorben, mag wohl auch dazu beigetragen haben, ſie ſo herab⸗ zubringen. Zudem iſt ihr älteſter Knabe, das liebe Johannesle, erkrankt und mit Schmerz habe ich von ihr erfahren, daß ihre Verhältniſſe zu zerrüttet ſind, um es zu erlauben, daß dieß begabte Kind einen rechten ordentlichen Schulunterricht bekomme.“
„Gebt mir den Johann,“ ſagte der Jeſuit mit großem Eifer,„ich will ihn in die beſte unſerer Schu⸗ len thun und dafür ſorgen, daß alle ſeine Kräfte und Fähigkeiten ausgebildet werden.“
„Verzeiht,“ entgegnete Apollonia,„die Familie Kepler iſt wie die guldenmann'ſche der augsburgi⸗ ſchen Konfeſſion zugethan und niemand von uns wird es, denke ich, geſtatten, daß ein Kind derſelben


