Teil eines Werkes 
1. Bd. (1857)
Entstehung
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„Thut Ihr denn das, Herr Fickler?“ entgeg⸗ nete Katharina,„ich dachte, wer, wie Ihr, immer nur mit Prinzen und Herren umgeht, der kann die Heimat, wo es nur ſchlichte gewöhnliche Leute gibt, nicht eben gar ſo hoch ſtellen.“

„Da ſeid Ihr in großem Irrthum, Muhme Katharina,“ ſagte Fickler,„ich liebe mein Schwa⸗ benland von ganzem Herzen und ſchätze meine Freunde und Verwandten aus der Jugend jetzt erſt, da ich vergleichen kann, nach ihrem wahren Werthe. Wahr⸗ haftig, ich habe in keinem Stande und in keinem Lande eine Frau gefunden, die ich meiner werthen Verwandten Apollonia an die Seite ſetzen möchte, an Verſtand und Herzensgüte; auch iſt Eines gewiß, eine Frau, die ihr Haus mit vollkommener Weisheit regiert, die würde auch einen Thron zieren, wenn es Gott gefiele, ſie darauf zu ſetzen. Faſt alle Lebens⸗ verhältniſſe des Weibes fordern von ihr die gleichen Tugenden, Sanftmuth, Mäßigung, Selbſtoergeſſen⸗ heit und Liebe zu Gott und ſeinen Geſchöpfen. Der glorreiche Kaiſer Rudolph findet auf allen Thronen Europa's keine Gemalin, bei der alle dieſe Tugen⸗ den ſich ſo vereinen, wie er es wünſcht.“

„Man ſagt, er ſoll ſo manche Liebſchaft haben, bei der er ſich mit geringer Tugend begnügt und