war ihm auch an Alter wahrſcheinlich etwas über⸗ legen, zum mindeſten war das rabenſchwarze Haar, das in einigen glänzenden Locken unter dem Käpp⸗ chen, das er trug, hervorwellte, ſchon einwenig mit Silber gemiſcht, wogegen der lange leicht gekräuſelte Bart noch in der reinſten Schwärze glänzte.
Das Auge dieſes Mannes ſchien bei flüchtigem Anblick ebenfalls ſchwarz zu ſein; betrachtete man es aber genau, ſo war es von einem tiefen dunklen, ſammtenen Blau. Seine Lippen erſchienen mitten in dem dunklen Barte voll, friſch und hochroth, und dieſe, ſowie die feingebogene Naſe zeigten die orientaliſche Abkunft auf den erſten Blick.
Rabbi Löw grüßte bei ſeinem Eintritt mit dem ſanften Wort:„Friede ſei mit Euch,“ und trat dann ſogleich an das Bett des Kranken, wo er Platz nahm, während Pater Fickler zu den Frauen ging und ſie als alte Bekannte aus der Jugend anredete.
„Und ſo ſeid auch Ihr, Muhme Katharina, von Euren vielen Kreuz⸗ und Querzügen heimge⸗ kehrt in die liebe alte Heimat,“ ſagte er freundlich, „möge es Euch hier recht wohl werden, nur der hat einen rechten Nutzen vom Reiſen, der durch dasſelbe die Vorzüge der lieben Heimat ſchätzen lernt.“


