Teil eines Werkes 
2. Bd. (1856)
Entstehung
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Freundin. Ich verdanke Ihre erſte Bekanntſchaft meiner Verbannung, das Glück des Wiederſehens der Verwundung Ihres Gatten, dennoch erlauben Sie mir, daß ich die Unglücksfälle ſegne, die mir das Glück ſchafften Sie meine Freundin zu nennen. Iſt mir's doch ergangen, wie dem Manne, der, in die Eisſpalte eines Gletſchers verſinkend, eine Cryſtall⸗ grotte entdeckte, ſchön wie ein Feenpalaſt. Geſtatten Sie mir in der Proſa meines Alltagslebens von der Herrlichkeit zu träumen, die ich freilich nur in angſt⸗ vollen Augenblicken ſah, die mir aber durch dieſe nicht zu theuer erkauft ſcheint.“—

Straßburg ward von den Reiſenden zu einer Zeit erreicht, in der die Welt wieder zu gähren begann. Die Nachricht, daß Napoleon von Elba entflohen und am erſten März in Cannes gelandet ſei, war fruͤher dort angelangt als unſere Freunde. Lydia, jetzt eine bleiche, ernſte, ſehr ſchöne Frau, empfing die Ihrigen an der Seite ihres Gatten und Herr Wohlgemuth ſegnete mit zitternden Lippen ſeinen erſten Enkel und deſſen weinende Mutter.

Es war ein ſchönes Kind, der kleine Alban Maidſtone, und als Louiſe ihn lächelnd ihrem Manne zeigte, ahnte ſie nicht, daß dieſer Knabe einſt ihr Sohn als Gatte ihrer Tochter werden ſollte.

1856. XX. Erinner. e. Großmutter. II. 17