Teil eines Werkes 
2. Bd. (1856)
Entstehung
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„Gott ſegne Dich und gedenke gern Deiner Schweſter Lydia.“

Dieſer Brief erregte in Louiſen ganz eigene Ge⸗ fühle. Es war ihr wie ein Schmerz, wie eine Demüthi⸗ gung, daß Lydia ein Eheband knüpfte. Ihr ſchien es, als ob das ſtete Feſthalten am Andenken des Dahingeſchiedenen den Fehltritt der Schweſter hätte heiligen können, während die Abſchließung einer Ehe mit einem andern Mann ihn erſt ganz und gar zu einer Verirrung ſtempele. Sie verſchwieg indeß dieſe Gedanken gegen den Vater, der ſich herzlich zu freuen ſchien, und Fritz war noch nicht in dem Zuſtande, lange Geſpräche führen zu können. Zwar beſſerte ſich ſeine Geſundheit zuſehends, ſeine Wunde begann zu heilen, ſein Bewußtſein war voöllig zurückgekehrt, aber die Schwäche ſeiner Nerven war ſo groß, daß Louiſe alles vermeiden mußte, was ihn nur irgend aufregen konnte.

Der höchſte Wunſch der drei Deuntſchen, die den Winter von vierzehn bis fünfzehn in la ville fores- tiere zubrachten, war, in ihre Heimath zurückkehren zu können, und ihr alter wackerer Gaſtfreund fand denſel⸗