Teil eines Werkes 
2. Bd. (1856)
Entstehung
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Sie war glücklich, denn ſie war bei ihm, und ehe noch zwei Tage vergangen, hatte ſie nach der Anleitung des frèére Benedict alle Handgriffe er⸗ lernt, um dem Leidenden Linderung zu verſchaffen.

Major Treufeldt hatte eine Schußwunde durch den Leib bekommen, die Kugel war rechts unter den Rippen ein⸗ und neben dem Rückgrat herausgegan⸗ gen, eine Verwundung, die unter hundert Fällen ge wiß neunundneunzigmal augenblicklich tödtet.

Er aber hatte den Transport überlebt und lebte jetzt ſchon zehn Wochen und darüber nach ſei⸗ ner Verwundung, und fréèére Benedict ſowohl als der Arzt hielten die Geneſung des rieſenſtarken Man⸗ nes jetzt für möglich, ja ſogar für wahrſcheinlich.

Louiſe verlebte einen Sommer voll namenloſer Herzensaufregungen am Bette ihres Gatten. Am zweiten Tage nach ihrer Ankunft erkannte er ſie und nannte leiſe flüſternd mit ſeligem Lächeln ihren Na⸗ men, und von da ab bedurfte es nur eines Lautes ihrer Stimme, um den Leidenden zu beruhigen und ihn ſanft und gehorſam ſelbſt bei den ſchmerzlichſten Operationen zu erhalten.

„Wenn er geſund wird,“ ſagte frére Benedict, als Louiſe vier Wochen lang mit ausdauerndſter Treue am Bette ihres Fritz gewirkt hatte,„ſo iſt