Teil eines Werkes 
2. Bd. (1856)
Entstehung
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fühl des Elends und der Muthloſigkeit. Der Tod, der Tod hatte mit ſeinem ſchwarzen Fittige bereits das Geſicht beſchattet, das ſie ſo unendlich geliebt. Sie war nur gekommen, um ihrem Gatten die brechen⸗ den Augen zu ſchließen.

O des herben, namenloſen Wehes, das kälter ihre Bruſt durchzuckte, o der Verzweiflung, die wie eine Bleilaſt ſich auf ihre Seele legte.

Aber nur auf einen Augenblick, im nächſten kehrte ihre Faſſung zurück.

Selbſt ſeine letzte Stunde zu verſüßen war eine Seligkeit und eine heilige Pflicht für ſie.

Hatte doch Lydia, die weich gewohnte, den letzten Blick ihres Gatten mit einem Blick der Liebe erwie⸗ dert. Hatte ſie doch den Muth gehabt, ihn ſterben zu ſehen, ohne Pflege, ohne Nahrung, ohne ein ſchützendes Obdach.

Louiſe trat ans Fenſter und ſchaute hinaus in das friſche ſaftige Gruͤn des nahen Waldes, und ſegnete in leiſem Gebet das gaſtliche Dach, das den ſterbenden Geliebten ſchützte, und ging dann zu ihm und drückte einen heißen Kuß auf das feine Linnen ſeines Bettes und ſtrich mit zitternder Hand das Kiſſen glatt, das ſein bleiches ſchmerzensmüdes Haupt ſtützte.

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