Teil eines Werkes 
2. Bd. (1856)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

der Frühling bereits angebrochen. Die Heere der Verbündeten ſtanden in Paris und die Welt hoffte auf die Segnungen eines nahen Friedens.

Für Louiſe war er ein Wendepunkt des Lebens, denn feſt ſtand es in ihrem Herzen, daß ſie hineilen und den leidenden Gatten durch ihre Nähe erfreuen und mit Aufbietung all ihrer Kräfte pflegen müſſe.

Madame Wohlgemuth fand das zwar ſehr ſeltſam, ſehr abenteuerlich, konnte jedoch nicht wohl etwas dagegen einwenden; denn die Frau hat nicht nur das Recht, ſondern auch wohl die Pflicht, ihrem Gatten zu folgen.

So reiſte Louiſe denn, eine einzelne junge kaum zweiundzwanzigjährige Frau. Ihr natürlicher Muth, ihre Thatkraft, Ausdauer und Anſpruchsloſigkeit erleichterten ihr eine Reiſe, die mit großen Anſtren⸗ gungen verknüpft und nicht ohne Gefahr war.

Am 28. Mai, zwei Tage vor dem Abſchluß des erſten Pariſer Friedens langte die junge Frau auf dem reizend gelegenen Jagdſchlößchen la ville forestière an, das, wenige Meilen von Laon entfernt, ſeit ſeiner Verwundung der Aufenthalt des jugendlichen Majors von Treufeldt war. 3

Tief im Walde gelegen, in Mitten uralter Eichen, Buchen und Erlen, ſchien das nicht große aber aus⸗