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früher einen freundlichen Verkehr gehabt, durch ſeine Beamten aufs Schmählichſte betrogen worden ſei.
Die Pachtſumme ward von Neuem feſtgeſtellt, Maidſtone machte anſehnliche Abſchlagszahlungen, und die Zeit der bittern Sorge, des ſchweren mühſeligen Arbeitens fürs Brod, war nun für Louiſe vorüber.
Als der Engländer die Familie verlaſſen hatte, ſah Louiſe ſich in den Stand geſetzt, Tante Sophiens Lage zu erleichtern und einen Schritt zu thun, den ſie nicht bloß zu ihrer Freude, ſondern jetzt auch Lydia's wegen ſchon lange gern gethan hätte. Sie entſchloß ſich mit ihrer Mutter und Schweſter Elbing zu verlaſſen und an einen Ort zu gehen, wo auf⸗ richtige Liebe ſie und die ihrigen erwartete.
Zwar lag der Winter kalt und rauh über der Erde, zwar wüthete der Krieg in der Welt, aber Louiſe wußte ein Plätzchen, wo dem Februar zum Trotze blaue Veilchen duftend blühten, wo der Friede wohnte und die Liebe: das kleine Weinbergsgut, wo ihr Fritz als Knabe geſpielt, wo ſeine Mutter der jungfräulichen Gattin ihres Sohnes die Arme ent⸗ gegen breitete. Dort konnte ſie hoffen, daß Lydia's herbes Geſchick unbekannt geblieben ſei, und ſo rüſte⸗ ten die drei Frauen ſich denn mit hoffnungsvollem Eifer zur Reiſe, deren Ziel ſie nach einigen Tagen 1856. XX. Erinner. e. Großmutter. II. 16


