Teil eines Werkes 
2. Bd. (1856)
Entstehung
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gegenüber und denke, wenn ich hier den Grabſcheit und Rechen führe an Huon im Garten Almanſors. Wie gefällt Ihnen mein neuer Strohhut mit dem blauen Bande und den Kornblumen und Aehrenſtrauß daran? ich denke, bei meiner hübſchen Figur muß er auf den blonden Locken keinen ſo üblen Eindruck machen!“

Der Blinde drückte ſich bei dieſen Worten den Hut verwegen auf den Kopf und erhob ſein entſtelltes Geſicht mit einem Ausdruck geckenhafter Eitelkeit, der es wahrhaft burlesk häßlich erſcheinen ließ.

„Teufel auch!“ ſagte der Magiſter, dem ein leiſer Schauer durchs Gebein rann; der Blinde aber legte ſich den Ausruf zu ſeiner Zufriedenheit aus und ging die Treppe hinab in den kleinen Haus⸗ garten, wo Louiſe ſingend Salat ſäete.

Kaum aber ſtand er dort neben ihr, als Madame Wohlgemuth bleich, mit aufgelöſtem Haar, ans Fenſter ihres Schlafſtuͤbchens ſtürzte und mit dem Ausdruck höchſten Entſetzens ihre Tochter rief.

Wilhelm begleitete Louiſen und in der That war ſein Kommen von Nutzen.

Muhme Elsbeth, die alte treue Dienerin der Familie, lag keuchend, mit geſchloſſenen Augen, die Zähne auf einander gebiſſen, am Boden, und Lydia kniete neben ihr und verſuchte den Kopf der Alten