Teil eines Werkes 
2. Bd. (1856)
Entstehung
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das Leben verbitterte, als die Krankheit ſelbſt es gethan haben würde. Jede Leiche, die an ihrer Wohnung vorüber getragen wurde, jagte die arme Frau in das kleine nach dem Hofe gelegene Schlaf⸗ zimmer, und ihre Töchter und Hausgenoſſen durften, ſo weit ſie es verhindern konnte, nicht einmal eine Straße betreten, in der vor kurzem ein Todesfall vor⸗ gekommen.

Vetter Wilhelm war und blieb der Lehrer, Freund und, ſoviel ſein Gebrechen das zuließ, der Beſchützer der Frauen, die Tag nach Tag verrinnen ſahen, ohne daß einer ihnen eine Nachricht von dem abweſenden Gatten und Vater gebracht hätte.

Es blieb zum Gluͤck und zur Beruhigung der Frau Wohlgemuth alles geſund in ihrem Hauſe, die Krankheit nahm in der Stadt zu und ab und ſchien mit dem Winter ganz zu voerſchwinden, mit dem Beginn des Frühlings aber breitete der ſchwarze Geiſt von Neuem ſeine Flügel aus und Opfer auf Opfer wurden ſeiner Wuth zum Raube.

Immer noch hielt Wilhelm von Itzſtein das Mädchen, welches er ſeit Jahren ſich zur Gattin erwählt hatte, für zu jung, um einen entſcheidenden Schritt in dieſer Beziehung ihr gegenüber zu thun. Magiſter Fiſch machte ihn oft darauf aufmerk⸗

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