Teil eines Werkes 
1. Bd. (1856)
Entstehung
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nur erſt ſechszehn Jahre alt und ein wenig reifer in ihrer Gefühlswelt, damit ich ſie heirathen und ſomit in Frieden leben könnte.“

Der Magiſter öffnete die Thür des Zimmers. „Auch mir ſcheint es, als höre ich eine bekannte Stimme,“ ſagte er, und Wilhelm, mit geſpanntem Ausdruck horchend, ſetzte hinzu:„kein Zweifel, mein Vater iſt hier, er kommt die Treppe herauf.“

Der Kammerpräſident von Itzſtein, denn er war es wirklich, trat in das Zimmer ſeines Sohnes, und Wilhelm ging ihm entgegen und reichte ihm ohne irgend ein Zeichen von Gemüthsbewegung die Hand.

Es war ein ſchlanker Mann, mit feinen Zügen und unſteten braunen Augen. Man hätte ihn ſchön nennen können, wenn nicht tiefe ſeltſame Linien ſich entſtellend um ſeinen bleichen Mund gegraben hätten.

Als er ſeinen Sohn erblickte, zuckte es auf ſei⸗ nem Geſicht. Es war der Ausdruck eines bittern Seelenſchmerzes, und er legte die Arme um den Nacken des Jünglings und zog ihn an ſeine Bruſt.

„Du biſt kräftig und geſund geworden in der Landluft,“ ſagte er,„ich bin unſern Verwandten für die Gaſtfreundſchaft, die ſie an Dir geübt, zu hohem Dank verpflichtet und will alles thun, um ihnen dieſen