Teil eines Werkes 
1. Bd. (1856)
Entstehung
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Sophie war damit zufrieden, aber ſie fühlte die Verpflichtung, Louiſe auf die Heiligkeit der Pflichten aufmerkſam zu machen, die ſie übernommen, ohne ihren Umfang zu kennen.„Das iſt ein wackrer, ein ſeelenreiner, ein edelherziger Junge, Dein Verlobter, mein herziges Kind!“ ſagte ſie liebevoll.

„Ja, das iſt er, Tante, o gut, ſo gut und ſo muthig, ſo kräftig, und weißt Du, ſo Gott vertrauend, als wäre er ein Greis oder ein Weib. Ich habe das empfunden, als wir beide, ein Paar arme, von Allen vergeſſene Kinder, den grauſamen Hungertod zu ſter⸗ ben fürchteten. Mein Vater kennt Fritz auch, er weiß auch was wir uns verſprochen haben und hat uns geſegnet.“

„Weiß auch Deine Mutter davon?“

„Nein, Tante, ſie ahnet das nicht.“

„Und Dein Vetter Itzſtein?“

„Wie ſollte er? der Blinde wäre ſicherlich der letzte Menſch, dem man ſo etwas mittheilen könnte; er würde über die Möglichkeit, daß zwei Menſchen einander Jahre lang treu bleiben wollen, nur ſpotten und lachen.“

„Armer Mann, armer Blinder!“ dachte Sophie, während Louiſe dieß ſagte.„Ja, es giebt Menſchen, denen kein Lieblingswunſch in Erfüllung gehen ſoll,

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