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fried, wie traurig magſt Du geweſen ſein! Dein Vater iſt franzöſiſcher Gefangener! ein Grund mehr für mich, ein tüchtiger Soldat zu ſein. Einmal wird doch das edle Volk der Deutſchen ſich erheben, dann wird Fritz Treufeldt nicht der Letzte ſein, und wenn ich kämpfen werde gegen dieſe Franzoſen, ſo kämpfe ich für unſern Vater, Louiſe, für unſern; denn wenn das Land frei, werde ich entweder todt ſein, oder Dir im freien Vaterlande eine Heimath bieten kön⸗ nen. Und das ſoll mein letzter Gedanke ſein in dieſem Briefe und in meinem Leben. Seiner Liebe eine Heimath in freiem Vaterlande, das iſt alles was der Mann braucht, alles was ich erſtrebe. Gott ſei mit Dir! Fritz von Treufeldt.“
Eine eigenthümliche Rührung hatte ſich, während das kindliche Mädchen dieſen Brief mit zzitternder Stimme las, Sophiens bemächtigt.— Sie ſah mit feuchtem Blick in Louiſens Augen, ſie waren klar und ruhig wie der Spiegel eines tiefen Sees. Noch, das erkannte die erfahrene Freundin deutlich, war im Herzen des jungen Mädchens keine Spur von Leidenſchaft erwacht, Louiſens Liebe für den Jüngling, dem ſie als Kind ihr Wort verpfändet, war eine rein geſchwiſterliche.


