Teil eines Werkes 
1. Bd. (1856)
Entstehung
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„Sie liebten ſich, die beiden, von ihrer Jugend an, aber— mein Verwandter gerieth in ſchlechte und wilde Geſellſchaft, er lernte unwürdige und ver⸗ worfene Frauen kennen, es giebt ſolche in der Welt, mein heiliges und unſchuldiges Mädchen, und da fühlte er ſich ſeiner Jugendliebe nicht mehr würdig, er fühlte, daß er die Kraft verloren zu dem Kampfe mit dem Leben, die Wolken ſeiner eignen unreinen Leidenſchaften waren über ſeinen Stern gezogen. Ich kann mir das denken und erklären, meine Louiſe! Nur ſo lange ein Mann ſich der Reinheit ſeiner Braut würdig fühlt, kann er den Muth haben, den Kampf um ſie, für ſie zu wagen. Mein Vetter hatte ihn verloren und geſtand das offen ſeiner Geliebten, und gab ſie frei.

„Es war ja das einzige, was er rechtſchaffener Weiſe thun konnte. Sie ward hernach die Gattin Deines Onkels, aber ſie behielt ſtets ein Mitleid und eine Vorliebe für den Freund ihrer Jugend. Ich bin überzeugt, daß ſie nach meiner Mutter die verehrungs⸗ würdigſte Frau auf der Welt iſt.

„Ich, meine theure Louiſe, bin jetzt was ich ſo lange zu werden wünſchte, ein tüchtiger Reiter. Ach mein Pferd möcht' ich Dir zeigen können, mein ſchö⸗ nes Pferd Ajax, mein Major hat es mir geſchenkt,