Teil eines Werkes 
1. Bd. (1856)
Entstehung
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prächtiger Jüngling war Fritz Treufeldt, wie ſehr ver⸗ diente er es, daß man ihn werth hielt und lieb hatte.

Herr Major von Schill hatte ſich lange von Tante Sophie entfernt, und war mit dem Bankdi⸗ rector in tiefem Geſpräch in deſſen Zimmer einge⸗ ſchloſſen, und Louiſe ſaß noch immer mit ihrem Brief in der Hand in der Orangerie und ſah hinaus nach dem Gärtchen, das vom lichteſten Frühlingsgrün geſchmückt, ein gar freundliches Plätzchen am Schloß⸗ teich bildete.

Die Sonnenſtrahlen hüpften und tanzten auf den ſilbernen Wellen. Die Welt war ſo ſchön, ſo wunderſchön!—

Louiſe hatte die Zeit vergeſſen und ſo erſtaunte ſie denn und erſchrack ein wenig, als Tante Sophie, ihr die Hand auf die Schulter legend, freundlich ſagte:„Da Du nicht mehr zu mir kommſt, ſo muß ich Dich wohl holen, liebes Herz.“

„Tante, liebe Tante, Sie werden ſich erkälten!“ rief das junge Mädchen erſchrocken.

„Nicht doch, mein Kind. Es iſt eine Luft, als wären wir in Neapel, komm ſetz' Dich mit mir da unter die blühende Akazie und erzähle mir, was Dein junger Freund Dir ſchreibt.“

„Ich möchte Ihnen wohl den Brief vorleſen,