jungen Herzen zu ſchützen. Kennten Sie doch mei⸗ nen Treufeldt, meinen wackern ſchlanken Cornet, kennten Sie ihn und die ritterliche Anbetung, die er dieſem hübſchen jungen Mädchen, das Ihre Ver⸗ wandte iſt, zollt, Sie würden wiſſen, wie ich den Jungen liebe.“
„Louiſe hat von dieſer Angelegenheit wie von einem Traum mit mir geſprochen. Treufeldt hat kaum einmal an ſie geſchrieben ſeit ihrem kindiſchen Verſprechen.“
„Um ſo mehr hat er ihrer gedacht,“ entgegnete Schill.„Er iſt nicht ein Menſch von vielen Worten, und, noch weniger ein Freund von Schreibereien. Er, das dürfen Sie glauben, wird feſt halten an dem Mädchen bis ans Ende ſeines Lebens und er wird ſie ſich erringen. Er iſt der Mann dazu.“
„Aber ob das Mädchen ihn liebt, das iſt die Frage!“ ſagte Sophie,„ich wenigſtens zweifle daran; ihr Herz liegt noch vollſtändig in der Knoſpe und außerdem hat Ihr Schützling einen gefährlichen Ne⸗ benbuhler an dem blinden Begleiter Louiſens, der ſeine Abſicht, ſich in ihr eine Frau zu erziehen gar nicht verbirgt. Es iſt ein Mann von Geiſt und ungewöhnlicher Willenskraft. Ein Mann, der mir


