Teil eines Werkes 
1. Bd. (1856)
Entstehung
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ſowohl als Madame Treufeldt behaupteten nämlich, daß alle meine Bücher den Stempel der Wahrheit in ſich tragen, und daß man ihnen anfühle, wie ſie eigentlich nur Erlebtes, Wirkliches enthielten.

Alle Begebenheiten, die ein Dichter nur erzählen kann, ſind Wirkliches, erlaubte ich mir dagegen zu bemerken, denn auch die ausſchweifendſte Phantaſie kann nichts erfinden, was nicht in ſeinen einzelnen Theilen ſchon irgend einmal in der Wirklichkeit vor⸗ gegangen ſei. Der Stempel der Wahrheit trägt eine Dichtung aber nur dann in ſich, wenn bei den in ihr geſchilderten Perſonen, Handlungen und Worte aus dem Charakter derſelben mit Nothwendigkeit hervorzugehen ſcheinen. Wer ſich ſelbſt in ſeiner gei⸗ ſtigen Entwickelung beobachtet hat, und der Entwik⸗ kelung Anderer mit Aufmerkſamkeit zu folgen verſteht, der kann, hat er ſonſt die Sprache in ſeiner Gewalt, einen Roman ſchreiben, wenn er nur eine einzige dieſer Entwickelungen dem Leſer klar zur Anſchauung bringt⸗ „Jedes Menſchenleben iſt ein Roman,“ ſagte Madame Treufeldt,„hat doch jeder Menſch gelebt, geliebt und gelitten und iſt dadurch eben zu einer Perſönlichkeit geworden.“

„Ja, ja!“ ſagte Herr Heinrich,„wie unſer