Teil eines Werkes 
1. Bd. (1856)
Entstehung
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nach oben zu ſchicken. Ich ſah dann einen Augen⸗ blick das edle ehrwürdige Geſicht zu mir gewen⸗ det und meinem Gefühl nachgebend, ſtand ich auf und begrüßte die alte Dame mit nachbarlicher Freund⸗ lichkeit. Seit dieſer Zeit grüßte ſie mich ſtets zuerſt, und als ich einſt auf meinem Plätzchen ſaß und zu⸗ ſah, wie ſie Maſſen von Roſen aller Farben und Arten abſchnitt und in Sträußer band, fühlte ich mich nicht wenig überraſcht, das kleine hübſche Mädchen einen Korb voll Roſen am Arm tragend, den ziemlich ſteilen Weg zu mir hinaufſteigen zu ſehen. Das reizende Kind, dem die langen lichtbrau⸗ nen Locken unter dem offenen Strohhute hervor flatterten, bildete eine gar liebliche Staffage des Land⸗ ſchaftsbildes zu meinen Füßen. Sah es doch faſt aus, als könne die Kleine die Laſt der Blumen kaum tragen, und doch ſchritt ſie ſo leiſe und an⸗ muthig mit derſelben vorwärts.

Sie kam zu mir, das ſah ich noch ehe als ſie ihr Knixchen machend vor mir ſtand und mit weichem ſüddeutſchen Dialekt ſagte:„Einen ſchönen Gruß von meiner Großmama, und ſte ſchickt ihrer freundlichen Nachbarin etwas von ihrem Ueberfluß.“

Die Roſen, weiße, rothe, Moosroſen, Dijonröschen und noch viele andere Sorten waren aufs zierlichſte