weite ſchwarze Taftſchürze mit einem Latz, Nanking⸗ Handſchuhe ohne Finger und ſtarkſohlige Lederſchuhe, in denen ich ſehr gut den feinen Fuß bemerken konnte, deſſen zierliche Form und rüſtiger Schritt den Jahren getrotzt.
Es machte mir bald ein ganz eigenes Vergnü⸗ gen, meine thätige Nachbarin zu beobachten. Sie ſtand offenbar mit der Sonne auf und hatte ſtets Beſchäftigung in ihrem Blumengarten. Ich ſah ſie nie ohne einen Henkelkorb von äußerſt zierlicher Form, den ſie am Arm trug und der Gartenmeſſer ver⸗ ſchiedener Art, Baſt, Baumwachs und noch mancher⸗ lei andere Dinge enthielt, die ſie bei ihren Garten⸗ geſchäften brauchte. Da ging ſie denn von Beet zu Beet, von Hecke zu Hecke, hier etwas abſchnei⸗ dend, dort einen Zweig aufbindend, dann wieder gießend, oder beſchäftigt Raupen und Käfer abzu⸗ leſen, immer aber thätig für das Gedeihen der Pflan⸗ zenwelt, die ihr indeß auch dankbar war durch ſeltene Pracht und Schönheit.
Allmählig machten wir eine Art von Bekannt⸗ ſchaft mit einander.
Sie hatte mich ein paar Mal auf der Kuppe meines Berges bemerkt, und ſing nun an, immer wenn ſie aus ihrer Thür trat, einen raſchen Blick


