Teil eines Werkes 
1. Bd. (1856)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

8

umtobten, ſuchten wir ſeinen Schutz. Im Sonnen⸗ ſchein waren alle draußen, Menſchen und Schwalben, und freuten ſich herzinnig der ſchönen Welt, die wie ein Gemälde zu unſeren Füßen ausgebreitet lag.

Die Schwalben wurden zahm im Laufe des Sommers; ich halte was auf gute Nachbarſchaft und betrachte es als eine Pflicht, all' denen, die ein Dach mit mir deckt, nach Kräften Freundliches zu erweiſen.

Das merken Menſchen und Thiere und ſind ſchneller vertraulich als diejenigen wähnen, die im Gedrange des großen Welt⸗Babels lebend, die Freude freundnachbarlicher Verhältniſſe nicht kennen.

Das Kanarienvögelchen meiner Mädchen hatte gute Freundſchaft mit der Schwalbenfamilie. Es ſetzte ſich früͤh Morgens ſchon gern auf das hölzerne Drachenmaul und ſang aus allen Kräften, und die jungen Schwalben hörten piepend zu, während eine der Alten oder auch beide ſich neben den Sänger ſetzten.

Gelegentlich kamen ſie denn Alle mit einander auf den Frühſtückstiſch und pickten die ihnen hinge⸗ ſtreuten Krümchen, gaben ihren Kindern verſtän⸗ dige Anleitung in der Kunſt des Fliegens, ohne im Geringſten ſchüchtern zu thun, weil wir Alle ihnen