Teil eines Werkes 
1. Bd. (1856)
Entstehung
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eben das tägliche Brod zu finden iſt für mich und meine Lieben.

Das Gefühl der Heimathlichkeit iſt aber— Gott ſei Dank— nicht an einen Ort oder Raum gebun⸗ den. Es liegt in den Herzen unſerer Lieben, und das Zelt des Beduinen, das bewegliche Boot des armen chineſiſchen Fiſchers iſt darum eben ſo gut eine traute Heimath als der ſtattliche Palaſt des reichen Grundbeſitzers.

Wo man uns liebt und vertraut, wo wir uns nützlich und nothwendig fühlen durch unſere Thätig⸗ keit, da haben wir unſere Heimath und ziehen Liebe, Vertrauen und Thätigkeit mit, ſo iſt die Trennung von einer gewohnten Heimathſtätte nur eine Mühe, ähnlich der, welche die Schwalbe hat, die ihr Neſt⸗ chen in einem Jahr von den Ufern des Nil an den der Oder verlegt.

In meinem Weinbergshauſe wohnte mit uns zugleich eine Schwalbenfamilie. Sie hatte ihre häus⸗ lichen Beqnemlichkeiten unter dem vorgebauten Dach, gleich neben dem hölzernen Drachenkopf der Rinne; ich die meine in zwei geräumigen Zimmern, vor deren Fenſtern die Zweige einer prächtigen Linde rauſch⸗ ten. Aber nur Nachts, wenn der Regen praſſelnd an die Fenſter ſchlug und die wilden Winde das Dach