Teil eines Werkes 
3. Theil (1862)
Entstehung
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Urſula wurde als der Abend hereinbrach, von Un⸗ ruhe in den Gemächern ihres Hauſes hin und her getrie⸗ ben. Ihr Herz ſchlug heftig bei dem Gedanken, daß Ihr Todfeind Letzkau ſich wahrſcheinlich jetzt in der Macht ſeiner Feinde, gefangen in den Verließen des Schloſſes befände, und von einem Gefühl getrieben, das ſie nicht beherrſchen konnte, ſtieg ſie, eine Lampe vor ſich hertragend, in den Keller ihres Hauſes hinab, ob ſie dort vielleicht etwas von dem, was ſich mit Letzkau zugetragen, hören und erforſchen könne.

Aus einem Gewölbe in das andere ſchreitend, betrat ſie endlich auch den Gang und blieb zögernd und zitternd ſtehen, als ſie den Leichnam erblickte, der, mit dem Hin⸗ terhaupte an die feuchte Mauer gelehnt, lang ausgeſtreckt auf dem kalten Boden lag.

Endlich näher tretend, erkannte ſie die bleichen, erſtarten Züge Letzkau's und warf ſich neben ihm auf die Kniee nieder.

So biſt auch Du geſtorben durch ungerechtes Ge⸗ richt, harter, unerbittlicher Mann! flüſterte ſie, die Hand auf ſeine Stirn legend, aber entſetzt zog ſie die⸗ ſelbe zurück, denn es war nicht die Stirn eines Todten, die ſie berührt hatte. Der ſchwer Verwundete lebte und litt noch, und ohne an irgend etwas Anderes zu denken, ſprang Urſula auf, zog Balſam, Riechſalz und eine