Teil eines Werkes 
3. Theil (1862)
Entstehung
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in ſpäten Jahren noch nach Böhmen ging und ſich die Lehren des Magiſters Huß eigen machte. Wochen und Monden verſtrichen in Frieden und das Oſterfeſt des Jahres 1411 rückte heran. Im Preußenlande war ein neues Glück eingekehrt. Der Hochmeiſter Heinrich Reuß von Plauen war ein eben ſo wackerer Regent, als tapferer und umſichtiger Kriegs⸗ mann. Der Handel blühte wieder in Danzig, und Con⸗ rad Letzkau's Wohlſtand erblühte mit ihm von Neuem. In den Mauern des Schloſſes herrſchte unter der Zucht des jüngeren Plauen Ordnung, Zucht und Sittſamkeit, aber dafür genoß der Comthur von Danzig auch in der Stadt den Ruf eines zwar ſehr ſtrengen, aber weiſen Herrn, und keine Menſchenſeele ahnete, was die ſeinige empfand, wenn er auf ſeinem ſchwarzen Roß durch die Straßen der feindlichen Stadt ritt oder an den Fenſtern ſeines Wohnzimmers auf die Mauern des Thurms blickte, den die Stadt ganz in der Nähe des Schloſſes auf ihrem eigenen Grund und Boden erbaut hatte. Heinrich von Plauen, der tapfere Ritter und mächtige Comthur von Danzig, war unzweifelhaft der unglücklichſte Menſch in der großen alten Stadt. Er hatte auf Vlaſta verzich⸗ tet, weil er es vorzog ein mächtiges Glied des Ordens zu werden, und hatte es erleben müſſen, daß das Mäd⸗ chen, dem er doch wenigſtens ſeinen ritterlichen Schutz

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