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ſprang.— Ein tiefer Kummer ſchien an ihrem Herzen zu nagen, und wenige Monden nach der glänzenden Ver⸗ mälung der Prinzeß Hedwiga mit dem Fürſten Wla⸗ dislav Jagello, dem ſie die Krone Polens zum Braut⸗ geſchenke mitbrachte, ſtarb die junge Frau von Roſen⸗ berg, ihrem tiefbetrübten Gatten ein Töchterlein hinter⸗ laſſend, das er nach ſeinen großen Beſitzungen in Böh⸗ men mitnahm, als er gebeugten Herzens Krakau verließ.
Bruno ſaß lange in Gedanken verſunken, ehe er ſeufzend das Haupt empor hob, und in das edle Geſicht des Schwertträgers von Krakau blickte.
„O Zindram, mein ſehr ehrenwerther Oheim,“ ſagte er dann, die Hand des tief bewegten Mannes er⸗ greifend,„wohl habt Ihr mir die Räthſel meiner Kind⸗ heit gelöſet, aber Ihr habt noch mehr als dies gethan, Ihr machtet mir auch die Aufgabe meines künftigen männ⸗ lichen Lebens klar.
„Wißt zuerſt, die Tochter Saneita's, die Tochter Heinrich's von Roſenberg lebt!— Lebt, als eine verlaſ⸗ ſene, ja von all' ihren Verwandten verrathene Waiſe.— Ich habe ſie geſehen, zweimal in meinem Leben und ihr Anblick hat meine entſchlafenen Jugenderinnerungen er⸗ weckt, hat aus dem verthierten Leibeigenen, wie mit einem Zauberſchlage einen fühlenden Menſchen gemacht.“ „Erzählet mir dies Alles, theurer Vetter,“ ſagte


