ſchon vermälte Hedwiga mit ſich zu nehmen, obgleich ſie
dadurch den polniſchen Thron eingebüßt hätte und für ihren deutſchen Gemal nichts mehr geweſen wäre, als ein ſchönes aus fürſtlichem Geblüte ſtammendes Weib.
„Das kühne Wageſtück, wozu den Prinzen die Liebe verleitete, mißlang.— Wladislav hatte im Herzen Hed⸗ wiga's geſiegt und ſie ſelbſt vereitelte den Plan ihres deutſchen Verlobten, indem ſie es geſtattete, daß eine ihrer treu ergebenen Kammerfrauen den Ort verrieth, wo ſie mit Wilhelm zuſammentreffen ſollte.
„Es war das Haus Heinrich's von Roſenberg, des Gatten Saneita's.
„Jagello's lithauiſche und polniſche Kammerherren und Hofleute, ich unter ihnen, drangen in die ihnen be⸗ zeichnete Wohnung ein und vertrieben halb mit höhnen⸗ den Worten, halb mit dem Schwert die deutſchen Freunde und Begleiter des Erzherzogs.
„Damals ſah ich Saneita wieder, die junge ſchöne leidende Gattin Roſenberg's, der an Hedwiga's feinem Hof als ein geſchätzter böhmiſcher Cavalier lebte.— Ach, die ſüße Roſe war ſchnell gewelkt!
„Hedwig, Gräfin von Roſenberg, die bleiche Dame, war kaum der Schatten mehr von der lieblichen Saneita, die mit dem Knaben Zindram und dem Kinde Sungalo in Kauen Kränze flocht und über den grünen Raſen


