Teil eines Werkes 
2. Theil (1862)
Entstehung
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Tod Sungalo's und der Seinen wäre gewiß geweſen, wenn nicht wahrſcheinlich die Herzogin ſie gerettet und ihre ſchnelle Entfernung aus dem Lande bewirkt hätte.

Ich hörte das in Wilna durch einen wandernden

Lautenſpieler aus Schwaben, der in der Marienburg am Hofe des Hochmeiſters, ſo wie in Kauen am Hofe Wit⸗ hold's, ſeine freie Kunſt ausgeübt hatte und auch zu Ja⸗ gello nach Wilna kam, wo er ebenfalls gute Aufnahme, Ehre und goldenen Lohn fand. Denn der Großfürſt war eben auf der Höhe ſeines Glückes, die Hand der zur Kö⸗ nigin von Polen gewählten Prinzeſſin Hedwiga war ihm von der polniſchen Nation angeboten worden, und er rüſtete ſich zur Reiſe nach Krakan, ob er dort Gnade vor Hedwiga's Angen fände.

Auch ich begleitete damals meinen Vetter und Herrn, der für den ſchönſten Mann ſeiner Zeit galt, dorthin. Zwar war die jugendliche kaum fünfzehn Jahre zählende Königin von Polen verlobt mit Wilhelm, dem Erzher⸗ zoge von Oeſterreich, aber Wladislav Jagello verſtand die Kunſt den Weibern zu ſchmeicheln, verſtand durch Lied und Wort ſowohl als durch Ritterſpiel und Körperge⸗ wandtheit Auge und Herz zu bethören.

Wilhelm von Oeſterreich befand ſich trotz der Ge⸗

fahr, die ihm von Seiten der Polen drohte, heimlich in Krakau, um die ihm verlobte, ja wie Einige ſagten,