Teil eines Werkes 
2. Theil (1862)
Entstehung
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und wie das Menſchenleben ſo ſchön und gut ſei. Ich weiß nicht, wie es gekommen, aber ehe noch die Sonne untergegangen, lag ich knieend vor dem frommen Prieſter und ergoß in der Beichte alle meine Schmerzen vor Gott in ſein warmes Menſchenherz.

Als er mir Abſolution und ſeinen Segen ertheilt, begann er mit ſanften Worten mich wie ein Vater zu tröſten.

Glaubſt Du, mein Sohn, ſagte er, daß Dein Weh und Leid einzig in ſeiner Art, oder doch ſehr ſelten und darum unerträglich ſei? Tauſende und aber Tauſende ſind in dieſen von Krieg zerriſſenen Landen verwaiſt wie Du, und die Mehrzahl aller lebenden Menſchen muß wie Du verzichten auf das Glück der Liebe. Bring; dem Erlöſer Deinezerſtörten Hoffnungen, Deine unerfüll⸗ ten Wünſche als ein freudiges, freiwilliges Opfer dar. Nahm er doch alle Laſten des Erdenlebens auf ſich und zeigte uns wie wir Schmerzen, Erniedrigungen, Undank⸗ barkeit, Verrath, ja den Tod des Verbrechers tragen kön⸗ nen und ſollen.

Während der Worte des Greiſes war ein Gedanke hell in meiner Seele erwacht. Ich, das fühlte ich, war wie kein Anderer berufen in jene große Gemein⸗ ſchaft zu treten, die für den Glauben kämpfte und in der Liebe wirkte.