Teil eines Werkes 
2. Theil (1862)
Entstehung
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ihr. Wir waren in gleichem Alter, Saneita und ich, und tauſend Vertraulichkeiten zwiſchen der Jungfrau und dem Knaben begünſtigte die Reiſe. Laßt es mich nach langen Jahren heute Euch gegenüber ausſprechen, was Euch, wenn Ihr meine Geſtalt berrachtet, pielleicht ſelt⸗ ſam und anmaßend erſcheint, ich liebte Saneita! meine ganze Seele ging in dem einen Wunſche auf, mir die Gegenliebe und den Beſitz der Jungfrau durch Streben nach jeder ritterlichen Tugend zu erringen. Aber die Schönheit, Sanftmuth und Freundlichkeit Saneita's hatte nicht allein mein faſt noch knabenhaftes Herz ge⸗ rührt. Am Hofe Withold's war ein edler Böhme er⸗ ſchienen, der rühmlich gekämpft hatte unter dem Hoch⸗ meiſter Conrad Zollner von Rothenſtein und den dieſer kluge und tapfere Fürſt mit einer geheimen Geſandtſchaft an Withold beehrt hatte. Er bewarb ſich um die treffliche Jungfrau, und Eure Eltern, ſo Vater als Mut⸗ ter, begünſtigten dieſe Werbung. Konnte meine Liebe in's Gewicht fallen bei ſolch' einem Nebenbuhler? Ich ver⸗ ſchloß was ich fühlte in mein tiefſtes Herz, aber meine durch die Liebe geſchärften Augen ſahen das Herannahen eines Unheils, das alle Anderen nicht ahnten.

Withold ſelbſt, der Gemal der trefflichſten Frau, die ihm ſo große Opfer gebracht hatte, und ſeiner Liebe und Dankbarkeit ſo ganz würdig war, hatte ſein Auge

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