Teil eines Werkes 
2. Theil (1862)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

tes, rend ge⸗ ctter icher ge⸗ ilna tten. ndter Bo⸗ einer eiden wor⸗ aalls⸗

257

Alexandra zurückblieb in dem Gefängniß zu Wilna, hieß Jagello den verkrüppelten entſtellten Knaben Pagendienſte bei der edlen Frau thun. Es ſollte ein Hohn ſein für mich und für ſie, aber es war die höchſte Wohlthat, die er uns Beiden erwies. In der Geſellſchaft der treff⸗ lichen Fürſtin entwickelte ſich nicht nur mein verwaiſtes Herz wie die Pflanze im Sonnenlichte, ſie verſtand es auch den Geiſt des Knaben zu bilden, jede ritterliche Geſinnung in ihm zu pflegen und ihm die Kenntniſſe beizubringen, die ſie ſelbſt zierten.

Als durch die Vermittlung des deutſchen Kaiſers und des Hochmeiſters die Verſöhnung der Fürſten Wi⸗ thold und Jagello zu Stande kam und die edle Alexandra, die Tochter des Herzogs von Maſurien, der Haft ent⸗ laſſen wurde, die ſie in Liebe und Geduld für ihren Gatten ertragen, bat ſie ihren Vetter Jagello, ihr den beiden verwandten kränkelnden Knaben zu überlaſſen, der ihr in Stunden des Leidens ein liebevoller Gefährte geworden war. So kam ich nach Kauen in den Jah⸗ ren, da der Knabe ſich zum Jüngling entwickelt. Mit der Fürſtin kehrten auch diejenigen ihrer Begleiterinnen zurück, die nicht mit Withold von Wilna entflohen waren, ſondern die Gefangenſchaft ihrer Gebieterin getheilt hatten. Sungalo's Gattin, Eure Mutter, mein Vetter, war eine davon, ihre junge Schweſter Saneita war bei Ein Bürgermeiſter. II. 17